Eine dichte Aschewolke des Ätna hat den Flugverkehr im Osten Siziliens mitten in der Hochsaison massiv beeinträchtigt. Am Flughafen Catania-Fontanarossa, dem wichtigsten Luftverkehrsdrehkreuz im Osten der Insel, wurde der Betrieb in den vergangenen Tagen wiederholt eingeschränkt oder vollständig ausgesetzt. Am Donnerstag, 13. August 2026, blieb die Lage angespannt: Hunderte Flüge wurden seit Beginn der aktuellen Eruptionsphase gestrichen oder auf andere Flughäfen umgeleitet. Vor allem Palermo, aber auch Trapani und Comiso mussten zusätzlichen Verkehr aufnehmen.
Asche aus dem Ätna: Catania bleibt im Ausnahmezustand
Auslöser ist eine intensive Eruptionsphase des Ätna, die Anfang August begann. Explosive Aktivität und starker Ascheausstoß führen je nach Windrichtung dazu, dass Vulkanasche in den für Catania relevanten Luftraum und auf das Flughafengelände gelangt.
Die Behörden mussten die Sperrzeiten deshalb mehrfach verlängern. Am Donnerstag wurde die Aussetzung der Ankünfte bis Freitag, 14. August, 8 Uhr verlängert. Für Abflüge galt nach dem zuletzt veröffentlichten Stand zunächst eine Sperre bis 2 Uhr. Da sich Wind und Ascheausstoß kurzfristig ändern können, sind weitere Anpassungen möglich.
Die Auswirkungen reichen über Catania hinaus. Zahlreiche Flüge wurden nach Palermo, Trapani und Comiso umgeleitet. Comiso war allerdings selbst zeitweise von Vulkanasche betroffen und musste den Betrieb vorübergehend einstellen. Damit fiel ausgerechnet in der Hauptreisezeit ein wichtiger Ausweichflughafen zeitweise aus.
Warum Vulkanasche für Flugzeuge gefährlich ist
Vulkanasche ist kein Rauch. Sie besteht aus sehr feinen Partikeln aus Gestein, Mineralien und vulkanischem Glas. Gelangen diese in Flugzeugtriebwerke, können sie Bauteile beschädigen und bei hoher Konzentration den Betrieb der Triebwerke erheblich beeinträchtigen. Asche kann außerdem Cockpitscheiben abschleifen, Sensoren beeinträchtigen und die Sicht verschlechtern.
Auch am Boden verursacht sie Probleme. Ablagerungen auf Start- und Landebahnen, Rollwegen und technischen Anlagen müssen kontrolliert und gegebenenfalls beseitigt werden. Entscheidend ist daher nicht allein, ob eine Aschewolke sichtbar ist, sondern in welcher Konzentration sich Partikel in den relevanten Flugsektoren befinden und wo sie sich ablagern.
Catania ist wegen seiner Lage besonders exponiert. Der Flughafen liegt südlich des Ätna. Ändert sich die Windrichtung, kann die Aschefahne innerhalb kurzer Zeit in Richtung Stadt, Flughafen und Anflugsektoren ziehen. Deshalb kann der Betrieb auch ohne deutliche Veränderung der Eruptionsstärke kurzfristig freigegeben oder erneut eingeschränkt werden.
Umleitungen belasten Palermo und Trapani
Mit jeder Flugumleitung verlagert sich ein Teil des Problems auf den Boden. Reisende, die statt in Catania in Palermo oder Trapani landen, müssen anschließend teilweise mehrere Stunden über Land weiterreisen. Besonders betroffen sind Passagiere mit Zielen wie Catania, Taormina, Syrakus oder anderen Orten im Osten und Südosten der Insel.
Die zusätzlichen Passagiere erhöhen die Nachfrage nach Zügen, Fernbussen, Mietwagen, Taxis und Hotelzimmern. In der Hochsaison sind diese Kapazitäten ohnehin stark ausgelastet. Aus einer Flugumleitung kann deshalb schnell eine mehrstündige Weiterreise mit zusätzlichen Kosten und verpassten Anschlüssen werden.
Die Regionalregierung reagierte mit zusätzlichen Verkehrsangeboten. Unter anderem wurden Zug- und Busverbindungen zwischen Palermo und Catania verstärkt. Solche Maßnahmen können den Druck mindern, die Kapazität des ausgefallenen Flughafens jedoch nicht vollständig ersetzen.
Comiso hilft nur eingeschränkt als Ausweichflughafen
Comiso ist wegen seiner Lage im Südosten eine naheliegende Alternative zu Catania. Für Ziele in den Provinzen Ragusa und Syrakus sind die Transferwege deutlich kürzer als von Palermo oder Trapani. Die aktuelle Eruptionsphase zeigt jedoch die Grenzen dieser Lösung: Vulkanasche kann bei entsprechender Windlage auch Comiso erreichen und dort Einschränkungen auslösen.
Fallen Catania und Comiso gleichzeitig aus, konzentrieren sich Umleitungen stärker auf Palermo und Trapani. Dadurch verlängern sich nicht nur die Transferwege. Auch die verfügbaren Kapazitäten für Flugzeuge, Passagiere und Gepäck sowie im anschließenden Straßen- und Bahnverkehr geraten schneller an ihre Grenzen.
Ferragosto verschärft die Lage
Die Störungen treffen Sizilien unmittelbar vor Ferragosto am 15. August, einem der wichtigsten Ferien- und Reisetermine Italiens. Flughäfen, Hotels, Straßen und öffentliche Verkehrsmittel sind zu dieser Zeit ohnehin stark ausgelastet. Zusätzliche Flugausfälle und Umleitungen lassen sich deshalb deutlich schwerer auffangen als außerhalb der Hauptsaison.
Konkrete Aussagen über den wirtschaftlichen Gesamtschaden für den sizilianischen Tourismussektor sind derzeit mit Vorsicht zu behandeln. Flugausfälle und verspätete Anreisen verursachen zwar zusätzliche Kosten für Airlines, Flughäfen, Reisende und Tourismusbetriebe. Belastbare Gesamtschätzungen zu den Folgen der aktuellen Eruptionsphase liegen bislang jedoch nicht vor.
Auch Malta von der Asche betroffen
Die Auswirkungen der Eruption beschränken sich nicht auf den unmittelbaren Umkreis des Ätna. Nach Süden verfrachtete Vulkanasche erreichte in dieser Woche auch den maltesischen Luftraum und führte dort zu Flugausfällen und Verspätungen. Das zeigt, wie stark die Folgen einer Eruption von den Windverhältnissen abhängen.
Wann kann Catania wieder öffnen?
Entscheidend sind vor allem die Intensität des Ascheausstoßes, die Windrichtung und die daraus resultierende Belastung des Luftraums und der Flughafenflächen. Selbst bei weiter eruptierendem Ätna kann sich die Situation verbessern, wenn der Wind die Asche aus den für Catania relevanten Bereichen trägt. Umgekehrt kann eine ungünstige Windänderung neue Einschränkungen erforderlich machen.
Eine Wiederöffnung bedeutet zudem nicht sofort die Rückkehr zum regulären Flugplan. Nach mehreren Tagen mit Ausfällen und Umleitungen befinden sich Flugzeuge und Crews teilweise nicht an den vorgesehenen Flughäfen. Airlines müssen ihre Umläufe neu organisieren und Passagiere umbuchen. Verspätungen und einzelne Annullierungen können deshalb auch nach einer Freigabe fortbestehen.
Fazit
Die aktuelle Eruptionsphase des Ätna hat den Flugverkehr auf Sizilien in einer der verkehrsreichsten Wochen des Jahres empfindlich getroffen. Wiederholte Sperrungen in Catania, zahlreiche Flugausfälle und Umleitungen sowie zeitweise Einschränkungen in Comiso zeigen, wie schnell Vulkanasche das Verkehrssystem der Insel unter Druck setzen kann.
Palermo und Trapani können einen Teil des Verkehrs auffangen, doch lange Transferwege in den Osten Siziliens und begrenzte Kapazitäten auf Straße und Schiene bleiben ein Problem. Kurzfristig entscheiden vor allem Ascheausstoß und Wind über die weitere Entwicklung. Reisende sollten ihren Flugstatus deshalb unmittelbar vor der Fahrt zum Flughafen bei ihrer Airline oder dem jeweiligen Flughafen prüfen.
Quellen
https://elpais.com/internacional/2026-08-12/la-erupcion-del-etna-desata-el-caos-en-los-aeropuertos-de-sicilia-en-plena-temporada-alta.html
Stuck in Sicily because of Etna? Some practical information for travellers right now
byu/North-Swimming-5410 insicily
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byu/Espinaqus inCatania
What is the chance Etna activity still will be a problem next week?
byu/Azazo8 insicily
https://www.ct.ingv.it/joomlatools-files/docman-files/multidisciplinari/BollettinoSettimanaleEtna20260707.pdf





