Evakuierungen in Griechenland und Kroatien: Touristen fliehen vor Waldbränden

Waldbrände setzen Mitte August mehrere Urlaubsregionen Europas unter Druck. Besonders angespannt ist die Lage in Griechenland und Kroatien: In beiden Ländern mussten Bewohner und Urlauber aus Küstenorten in Sicherheit gebracht werden, teilweise über das Meer. Hitze, ausgetrocknete Vegetation und starker Wind begünstigen die schnelle Ausbreitung der Feuer.

Griechenland: Hunderte Menschen fliehen vor Feuer auf Chalkidiki

Auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki bedrohte ein großer Waldbrand die Ferienorte Siviri und Fourka südlich von Thessaloniki. Starker Wind trieb das Feuer durch die trockene Vegetation. Berichten zufolge erstreckte sich die Feuerfront zeitweise über rund drei Kilometer. Mehr als 200 Feuerwehrleute sowie Löschflugzeuge und Hubschrauber waren im Einsatz.

Besonders kritisch wurde die Situation an der Küste. Weil eine Flucht über die Straßen teilweise als zu gefährlich galt und sich Fahrzeuge auf den Ausfallstraßen stauten, wurden Menschen von Stränden mit Booten aufgenommen. Über die genaue Zahl gibt es unterschiedliche Angaben: Einige Berichte sprechen von mehr als 300 über das Meer Geretteten, andere von rund 500 Touristen. Belastbar ist daher die Angabe, dass mehrere hundert Menschen auf dem Seeweg aus dem Gefahrenbereich gebracht wurden.

Zum Einsatz kamen kleine private Boote ebenso wie Schiffe von Küstenwache und Rettungskräften. Ein Teil der Evakuierten wurde zunächst zu einem größeren Schiff außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone gebracht. Die Ereignisse zeigen ein besonderes Risiko von Küstenorten: Werden wenige Zufahrtsstraßen durch Feuer, Rauch oder Staus unpassierbar, kann das Meer zur zusätzlichen Evakuierungsroute werden.

Kroatien: Großbrand südlich von Split zwingt Menschen zur Flucht

Auch an der kroatischen Adriaküste kam es zu schweren Bränden. Ein Großbrand im Raum Omiš südlich von Split breitete sich bei großer Hitze und starkem Wind rasch aus. Mehr als 1.000 Einwohner und Urlauber mussten ihre Unterkünfte verlassen. Ein Abschnitt der wichtigen Adriaküstenstraße wurde zeitweise gesperrt.

Auch bei diesem Brand spielte der Seeweg bei der Evakuierung eine Rolle. Menschen verließen gefährdete Küstenbereiche sowohl über Straßen als auch mit Schiffen. Hunderte Feuerwehrleute und zahlreiche Fahrzeuge waren im Einsatz, unterstützt von Löschflugzeugen.

Wichtig ist die zeitliche Abgrenzung: Die Orte Pisak und Marušići, die in Berichten über Evakuierungen per Schiff genannt wurden, gehören zu einem früheren Brand. Dort hatte bereits am 21. Juni 2025 ein schweres Feuer gewütet. Es breitete sich von Pisak nach Marušići und Mimice aus; Marine- und Polizeiboote brachten damals Menschen nach Omiš. Auch damalige Ermittlungen wegen des Verdachts auf Brandstiftung sollten nicht mit den aktuellen Bränden vermischt werden.

Warum Evakuierungen in Ferienregionen schwierig sind

Küstenorte im Mittelmeerraum liegen häufig zwischen Meer und bewaldeten oder mit Buschvegetation bedeckten Hängen. Viele Siedlungen sind nur über wenige größere Straßen erreichbar. In der Hauptsaison kommt ein weiteres Problem hinzu: Die Bevölkerung wächst durch Urlauber stark, während Straßen und Zufahrten ohnehin ausgelastet sind.

Bei einem schnell laufenden Vegetationsbrand können deshalb mehrere Risiken gleichzeitig auftreten. Rauch verschlechtert die Sicht, Feuer kann Straßen sperren und eine große Zahl flüchtender Fahrzeuge verursacht Staus. Ändert sich zusätzlich die Windrichtung, kann ein zunächst sicher erscheinender Fluchtweg kurzfristig gefährlich werden.

Hohe Temperaturen und Trockenheit senken zudem den Feuchtigkeitsgehalt der Vegetation. Starker Wind kann ein entstandenes Feuer anschließend erheblich beschleunigen. Diese Faktoren gehören zu den zentralen Größen, anhand derer die meteorologische Waldbrandgefahr bewertet wird.

Das Meer als zusätzlicher Fluchtweg

Die Evakuierungen zeigen den Wert alternativer Rettungswege. Ist eine Küstenstraße blockiert oder zu gefährlich, können Küstenwache, Polizei, Marine, Feuerwehr und zivile Boote Menschen von Stränden oder kleinen Häfen aufnehmen.

Eine solche Evakuierung ist allerdings aufwendig. Boote müssen geeignete Anlegestellen erreichen, Menschen geordnet aufgenommen und anschließend an sichere Orte gebracht und versorgt werden. Beim Brand von Pisak im Juni 2025 waren nach Angaben des kroatischen Zivilschutzes unter anderem Schlauchboote, Landungsboote der Marine und ein Polizeiboot am Transport von Evakuierten zum Hafen von Omiš beteiligt.

Hitze und Trockenheit erhöhen das Brandrisiko

Die Feuer treffen Europa während einer heißen und in vielen Regionen trockenen Phase. Der Zusammenhang zwischen solchen Wetterbedingungen und erhöhter Waldbrandgefahr ist gut belegt: Hohe Temperaturen und Trockenheit lassen Vegetation leichter brennen, während Wind die Ausbreitung eines Feuers stark beschleunigen kann.

Der Klimawandel verursacht dabei nicht jeden einzelnen Brand. Für die Entzündung kommen natürliche und menschliche Ursachen infrage. Er erhöht jedoch in vielen Regionen die Wahrscheinlichkeit von Wetterbedingungen, unter denen sich große und schwer kontrollierbare Brände entwickeln können.

Für Ferienregionen stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie schnell Warnungen Urlauber erreichen und welche Alternativen bestehen, wenn die wichtigste Straße ausfällt. Neben Brandschutz und Vegetationsmanagement sind belastbare Evakuierungspläne, mehrsprachige Warnsysteme und eine abgestimmte Zusammenarbeit von Feuerwehr, Polizei, Küstenwache, Kommunen und Tourismusbetrieben entscheidend.

Die Brände auf Chalkidiki und an der kroatischen Adriaküste zeigen, wie schnell aus einem Vegetationsbrand eine Evakuierungslage werden kann. Wo Siedlungen zwischen bewaldeten Hängen und Meer liegen, reicht eine einzige Fluchtroute nicht aus. Straßen, Häfen und gegebenenfalls Strände müssen als Teile derselben Rettungsinfrastruktur betrachtet werden.

Quellen

https://www.euronews.com/my-europe/2026/08/14/wall-of-fire-forces-sea-evacuation-in-greece-as-wildfires-continue-across-europe
https://www.civilna-zastita.gov.hr/vijesti/pozar-na-sirem-podrucju-omisa/8748
https://www.morh.hr/en/five-firefighting-aircraft-two-ships-and-two-inflatable-boats-of-the-croatian-navy-at-the-fire-sites-in-dalmatia/
https://tvpworld.com/87413005/croatian-police-investigating-multiple-wildfires-as-suspected-arson

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