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Der Warnstreik im hessischen Nahverkehr geht in die nächste Runde. Kaum sind die Ausfälle in mehreren Städten am Dienstag spürbar, kündigen Gewerkschaft und Verkehrsunternehmen bereits weitere Arbeitsniederlegungen für das kommende Wochenende an. Für Freitag und Samstag, den 27. und 28. Februar 2026, ist in Hessen erneut mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen – und die Lage fügt sich in eine bundesweite Streikwelle im kommunalen ÖPNV ein, mit der ver.di den Druck in einer festgefahrenen Tarifrunde erhöhen will.
Nächster ÖPNV-Warnstreik in Hessen: Am 27. und 28. Februar drohen erneut massive Ausfälle
In Hessen ist der öffentliche Nahverkehr in den vergangenen Wochen immer wieder zum Schauplatz tarifpolitischer Auseinandersetzungen geworden. Am Dienstag, dem 24. Februar 2026, legten Beschäftigte in mehreren Städten ganztägig die Arbeit nieder. Betroffen waren unter anderem Frankfurt am Main, Wiesbaden und Kassel. Während vielerorts U-Bahnen, Straßenbahnen und Teile des Busverkehrs ausfielen, liefen S-Bahn- und Regionalverkehre in der Regel weiter, weil sie nicht in den jeweiligen kommunalen Tarifkonflikt fallen. Die Erfahrungen dieses Streiktags sind zugleich der Vorbote für die nächste Eskalationsstufe: Bereits jetzt ist ein weiterer, deutlich längerer Ausstand für das Wochenende angekündigt.
Was für Freitag und Samstag in Hessen angekündigt ist
Für Freitag und Samstag, den 27. und 28. Februar 2026, sind in Hessen erneut Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr geplant. In Frankfurt am Main rechnet die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) damit, dass von Betriebsbeginn an alle U-Bahn- und Straßenbahnlinien betroffen sein werden. Damit würde ausgerechnet das Kernstück des städtischen Netzes für 48 Stunden weitgehend stillstehen. Als Ausweichmöglichkeiten gelten vor allem S-Bahnen und Regionalzüge sowie Busangebote, die nicht vom Streik erfasst werden – allerdings ist die tatsächliche Leistungsfähigkeit solcher Alternativen erfahrungsgemäß begrenzt, wenn ein großer Teil der Fahrgäste gleichzeitig umsteigt.
Auch über Frankfurt hinaus deutet vieles darauf hin, dass die Einschränkungen in weiteren hessischen Städten wieder spürbar werden. Schon der Streik am 24. Februar traf neben Frankfurt auch Kassel und Wiesbaden deutlich. In Wiesbaden waren laut Angaben des städtischen Verkehrsunternehmens ESWE Verkehr beim jüngsten Ausstand die meisten Linien betroffen; einzelne Verbindungen liefen nur dort weiter, wo Partnerunternehmen oder Regionalbusse eingesetzt wurden. Solche Konstellationen können auch am kommenden Wochenende dazu führen, dass das Angebot nicht überall vollständig zum Erliegen kommt, aber stark ausgedünnt und schwer planbar bleibt.
Frankfurt: U-Bahn und Straßenbahn als neuralgische Punkte
In Frankfurt sind U-Bahn und Straßenbahn nicht nur Zubringer, sondern das Rückgrat der innerstädtischen Mobilität. Fällt dieser Teil des Netzes aus, verlagert sich der Verkehr auf S-Bahn-Stammstrecken, Regionalzüge und Buslinien. Die Folge sind nicht nur längere Reisezeiten, sondern auch Engpässe an zentralen Umsteigepunkten. Für den Berufs- und Freizeitverkehr bedeutet das: Selbst dort, wo Alternativen existieren, kann die Kapazität schnell an Grenzen stoßen, insbesondere zu Stoßzeiten und rund um große Knoten wie Hauptwache, Konstablerwache oder Hauptbahnhof.
Wiesbaden, Kassel und weitere Städte: Unterschiede je nach Betreiber und Tarifbindung
Wie stark die Auswirkungen in einzelnen Städten sind, hängt davon ab, welche Unternehmen bestreikt werden, welche Leistungen von Partnerfirmen erbracht werden und ob Teilnetze unter andere Tarifverträge fallen. Bereits am Dienstag zeigte sich, dass nicht jede Kommune im gleichen Maß betroffen war: In manchen Regionen blieben Ausfälle begrenzt, weil die dortigen Betriebe nicht in die gleiche Tariflogik fallen oder andere Vertragswerke gelten. Diese Uneinheitlichkeit macht die Lage für Fahrgäste schwer kalkulierbar – zumal kurzfristige Anpassungen, Notfahrpläne oder einzelne weiterhin bediente Linien häufig erst unmittelbar vor Streikbeginn konkretisiert werden.
Warum ver.di den Druck erhöht: Arbeitsbedingungen im Mittelpunkt
Im Kern geht es in der aktuellen Tarifrunde weniger um einen klassischen Lohnkonflikt als um die Frage, wie der ÖPNV als Arbeitgeber in Zeiten von Personalmangel, hoher Belastung und Schichtarbeit attraktiver werden kann. ver.di betont, dass die Arbeitsbedingungen vieler Beschäftigter im Fahrdienst und in Werkstätten über Jahre an Grenzen gebracht worden seien. Die Gewerkschaft setzt deshalb auf Entlastung, verlässlichere Dienstpläne und Verbesserungen bei Ruhezeiten und Zuschlägen. Aus Sicht der Arbeitgeber sind Teile der Forderungen schwer finanzierbar und organisatorisch anspruchsvoll, weil sie bei ohnehin knappen Personaldecken zu weiteren Angebotsrisiken führen könnten.
Dass ver.di nun ausgerechnet Freitag und Samstag für einen 48-stündigen Warnstreik wählt, ist strategisch naheliegend: Zum einen erhöht ein längerer Ausstand die Sichtbarkeit des Konflikts. Zum anderen trifft ein Streik am Wochenende nicht nur Pendlerströme, sondern auch Einkaufs- und Freizeitverkehre sowie Veranstaltungen – und damit einen Bereich, in dem die Alternativen häufig weniger eingespielt sind als an Werktagen.
Bundesweite Streikwelle: Hessen ist Teil eines größeren Konflikts
Der hessische Arbeitskampf steht nicht isoliert. ver.di hat für Freitag und Samstag bundesweit zu Arbeitsniederlegungen in kommunalen Nahverkehrsunternehmen aufgerufen. Nach Darstellung des DGB betrifft die Tarifrunde eine große Zahl kommunaler Verkehrsunternehmen und insgesamt rund 100.000 Beschäftigte. In mehreren Bundesländern haben Verkehrsunternehmen bereits konkrete Einschränkungen angekündigt oder Notbetriebe vorbereitet. Diese bundesweite Koordination erhöht den Druck auf die kommunalen Arbeitgeberverbände, weil sie nicht nur einzelne Städte, sondern vielerorts gleichzeitig die Funktionsfähigkeit des ÖPNV berührt.
Für Hessen bedeutet das: Die Chancen, dass der Konflikt rasch durch lokale Sonderlösungen entschärft wird, sind begrenzt. Vielmehr dürfte die Dynamik davon abhängen, ob es in den Verhandlungen zu einem Angebot kommt, das ver.di als substanziellen Schritt in Richtung Entlastung bewertet – oder ob weitere Streikrunden folgen.
Fazit
Mit den angekündigten Warnstreiks am Freitag und Samstag, 27. und 28. Februar 2026, steuert Hessen auf das nächste Wochenende mit erheblichen Einschränkungen im Nahverkehr zu. Besonders in Frankfurt droht durch den Ausfall von U-Bahn und Straßenbahn eine massive Belastung der verbleibenden Alternativen. Zugleich zeigt die bundesweite Dimension, dass es um mehr geht als um einzelne lokale Streitpunkte: Der Konflikt berührt grundlegende Fragen der Arbeitsbedingungen im kommunalen ÖPNV und damit die langfristige Stabilität des Angebots. Ob das Wochenende den Weg zu einer Einigung ebnet oder nur eine weitere Etappe in einer längeren Auseinandersetzung markiert, hängt maßgeblich von den nächsten Verhandlungsschritten ab.
Quellen
https://www.dgb.de/service/weiterer-service/tarifmeldungen/tarifmeldung/bundesweite-streiks-im-oepnv-verdi-erhoeht-den-druck-auf-die-kommunalen-arbeitgeber/
https://www.vgf-ffm.de/de/aktuelles/news/einzelansicht/warnstreik-u-bahnen-und-strassenbahnen-fahren-zwei-tage-lang-nicht
https://www.eswe-verkehr.de/en/
https://www.fr.de/rhein-main/landespolitik/verdi-kuendigt-trotz-verhaerteter-fronten-bundesweite-streiks-an-94185178.html





