NRW: Waldbrand gefährdet Ort – 1800 Evakuierungen und Bundeswehr im Einsatz

Ein großflächiger Waldbrand im Hürtgenwald im Kreis Düren hat sich in der Nacht zum Freitag, 14. August 2026, erheblich verschärft. Der Ortsteil Gey der Gemeinde Hürtgenwald wurde vollständig evakuiert. Rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Auch pflegebedürftige Bewohner wurden mit Rettungswagen in Sicherheit gebracht.

Am Freitag wurde die betroffene Brandfläche mit rund 300 Hektar angegeben. Das Feuer rückte zeitweise bis auf wenige hundert Meter an Gey heran. Die Löscharbeiten werden durch Trockenheit, hohe Temperaturen, Wind und vor allem durch Weltkriegsmunition im Boden erschwert. Nach Angaben aus dem Kreis detonierte während des Brandes bereits alte Munition. Dadurch können Einsatzkräfte Teile des Waldes nicht gefahrlos betreten.

Evakuierung von Gey und Krisenstab im Kreis Düren

Die Evakuierung von Gey wurde in der Nacht angeordnet. Die rund 1.800 Einwohnerinnen und Einwohner mussten den Ort verlassen. Menschen, die sich nicht selbstständig in Sicherheit bringen konnten, wurden mit Rettungsfahrzeugen transportiert. Der Kreis Düren berief wegen der sich zuspitzenden Lage einen Krisenstab ein.

Die Räumung war eine Vorsichtsmaßnahme angesichts der geringen Entfernung zwischen Feuer und Bebauung. Bei Vegetationsbränden können Windänderungen und Funkenflug die Ausbreitungsrichtung innerhalb kurzer Zeit verändern. Wechselnde Winde erschweren zudem die Planung der Löscharbeiten.

Auch Straßen im Umfeld des Brandgebietes wurden gesperrt. Dazu gehört die Bundesstraße B399. Die Sperrungen halten den Gefahrenbereich frei und sichern die Zufahrtswege für die Einsatzkräfte.

Hubschrauber unterstützen die Löscharbeiten

Die Feuerwehr bekämpft den Brand am Boden und aus der Luft. Mehrere Hubschrauber unterstützen den Einsatz und können Löschwasser über dem Brandgebiet abwerfen.

Die Luftunterstützung ist im Hürtgenwald besonders wichtig, weil Teile des Brandgebietes wegen der Kampfmittelbelastung nicht oder nur eingeschränkt betreten werden können. Wasserabwürfe sollen Brandabschnitte abkühlen und die Ausbreitung bremsen. Wo es die Sicherheitslage zulässt, arbeiten gleichzeitig Einsatzkräfte am Boden.

Mehrere hundert Einsatzkräfte und Helfer sind an dem Großeinsatz beteiligt. Neben Feuerwehren sind weitere Behörden und Organisationen des Bevölkerungsschutzes eingebunden.

Bundeswehr unterstützt mit schwerem Gerät

Auch die Bundeswehr unterstützt den Einsatz. Schweres Gerät kann unter anderem eingesetzt werden, um Wege freizuräumen oder Brandschneisen anzulegen und zu verbreitern. Im Hürtgenwald ist dies wegen des schwierigen Geländes und der Kampfmittelbelastung von besonderer Bedeutung.

Der Hürtgenwald war im Zweiten Weltkrieg Schauplatz schwerer Kämpfe. Bis heute befinden sich Munitionsreste und Blindgänger im Boden. Diese Gefahr wirkt sich unmittelbar auf den aktuellen Einsatz aus: Während des Brandes kam es bereits zur Detonation alter Munition. Feuerwehrleute können deshalb nicht gefahrlos in sämtliche betroffenen Waldflächen vordringen.

Die Kampfmittelbelastung ist damit mehr als ein historischer Hintergrund. Sie beeinflusst die Taktik der Brandbekämpfung, die Wahl der Zufahrtswege und die Frage, welche Flächen von Einsatzkräften betreten werden können.

Brandursache bislang unklar

Zur Ursache des Waldbrandes liegen bislang keine gesicherten Angaben vor. Trockenheit und hohe Temperaturen begünstigen jedoch die Entstehung und Ausbreitung von Vegetationsbränden. Ausgetrocknete Bodenvegetation, Reisig und Streu können Feuer schnell weitertragen.

Auch nachdem offene Flammen zurückgedrängt sind, können umfangreiche Nachlöscharbeiten notwendig sein. Glut kann sich in Totholz, Wurzeln und organischen Bodenschichten halten und bei Wind erneut aufflammen. Im Hürtgenwald erschwert die mögliche Munition im Boden gerade diese Arbeiten zusätzlich.

Wann können die Bewohner zurückkehren?

Wann die Bewohnerinnen und Bewohner von Gey in ihre Häuser zurückkehren können, hängt von der weiteren Entwicklung des Feuers und der Sicherheitsbewertung der Einsatzleitung ab. Solange sich der Brand in der Nähe des Ortes ausbreiten kann, ist eine Freigabe nicht möglich.

Neben den Flammen spielen Rauch, Funkenflug, Glutnester, gefährdete Bäume und gesperrte Verkehrswege eine Rolle. Hinzu kommt im Hürtgenwald die Kampfmittelgefahr. Auch nach einer Stabilisierung der Brandfront können deshalb einzelne Bereiche länger gesperrt bleiben.

Fazit

Der Waldbrand im Hürtgenwald ist wegen seiner Größe, der Nähe zum Ortsteil Gey und der Kampfmittelbelastung ein besonders schwieriger Einsatz. Rund 1.800 Menschen wurden evakuiert, die betroffene Fläche wurde am Freitag mit etwa 300 Hektar angegeben. Mehrere Hubschrauber unterstützen die Löscharbeiten, zudem ist die Bundeswehr eingebunden.

Besonders problematisch ist Munition aus dem Zweiten Weltkrieg, die sich noch im Boden befindet und während des Brandes bereits detoniert ist. Sie schränkt die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich ein. Die Brandursache ist weiterhin ungeklärt. Wann die Menschen nach Gey zurückkehren können, entscheidet sich nach der weiteren Entwicklung des Feuers und der Gefahrenlage.

Quellen

https://www.tagesschau.de/inland/regional/nrw-waldbrand-eifel-100.html

https://www.xn--kreis-dren-geb.de/presse/krise-feuer-in-huertgenwald_2026-08-14.php

https://www1.wdr.de/nrw/aachen-eifel/waldbrand-breitet-sich-aus-evakuierung-von-huertgenwald-gey-100.html

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