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Die Preise an den Zapfsäulen ziehen in Deutschland wieder deutlich an. Innerhalb weniger Tage sind Super E10 und Diesel spürbar teurer geworden, teils rückt die Zwei-Euro-Marke in greifbare Nähe oder wird regional bereits überschritten. Treiber ist vor allem die angespannte Lage im Nahen Osten mit Risiken für zentrale Öl-Transportwege, allen voran die Straße von Hormus. Gleichzeitig zeigt sich: Selbst wenn der grundsätzliche Preistrend nach oben weist, entscheidet im Alltag oft der Zeitpunkt des Tankens darüber, wie stark die Belastung ausfällt.
Warum die Spritpreise gerade so stark steigen
Der aktuelle Preissprung ist nach Einschätzung von Marktbeobachtern eng mit geopolitischen Risiken verknüpft. Wenn Konflikte die Ölversorgung oder auch nur die Erwartung an die Versorgungssicherheit belasten, reagieren Rohölpreise und in der Folge die Kraftstoffpreise häufig sehr schnell. Besonders sensibel ist die Lage rund um die Straße von Hormus, einen der wichtigsten maritimen Engpässe für den globalen Ölhandel. Schon die Möglichkeit von Störungen kann die Preisbildung beeinflussen, weil Händler und Unternehmen Risiken einpreisen und sich Lieferketten kurzfristig verschieben.
In Deutschland kommt hinzu, dass Preisbewegungen an Tankstellen nicht linear verlaufen. Kraftstoffpreise schwanken im Tagesverlauf stark, und in Phasen erhöhter Unsicherheit werden Ausschläge oft ausgeprägter. Der ADAC berichtet aktuell von kräftigen Wochenveränderungen: Super E10 legte binnen einer Woche zweistellig zu, Diesel stieg noch stärker. In einzelnen Auswertungen wurde zudem sichtbar, dass Diesel zeitweise im bundesweiten Schnitt die Zwei-Euro-Marke überschritt.
Super E10 und Diesel: Warum Diesel derzeit besonders auffällt
Ungewöhnlich ist für viele, dass Diesel in angespannten Marktphasen nicht selten stärker reagiert als Benzin. Das hat mehrere Gründe. Diesel ist in Industrie, Logistik und teils auch als Substitut in anderen Energiesegmenten bedeutend, wodurch die Nachfrage in Krisenzeiten weniger elastisch sein kann. Zusätzlich können internationale Raffinerie- und Handelsströme dazu führen, dass sich Engpässe oder Risikoaufschläge bei Diesel schneller im Preis zeigen als bei Ottokraftstoffen.
Die jüngsten Meldungen deuten darauf hin, dass Diesel nicht nur stärker gestiegen ist, sondern sich auch im Tagesverlauf anders verhält als gewohnt. Normalerweise fällt der Preis nach einer morgendlichen Spitze im Laufe des Tages deutlich ab. In der aktuellen Phase wurde jedoch teils berichtet, dass dieser Rückgang schwächer ausfiel. Das verstärkt beim Tanken den Eindruck eines nahezu „durchgehend“ hohen Preisniveaus, auch wenn es weiterhin günstigere Zeitfenster gibt.
ADAC-Tank-Tipp: Abends ist es „für gewöhnlich am günstigsten“
Trotz steigender Durchschnittspreise bleibt der Zeitpunkt des Tankens ein zentraler Hebel. Der ADAC verweist in aktuellen Einordnungen erneut auf ein Muster, das sich in vielen Auswertungen bestätigt: Am Abend sind Kraftstoffpreise häufig am niedrigsten. Als besonders günstiges Zeitfenster wird dabei der Zeitraum zwischen 19 und 22 Uhr genannt. Hintergrund ist, dass Tankstellenpreise morgens im Berufsverkehr oft anziehen und sich erst später wieder entspannen. Wer abends tankt, umgeht typischerweise die morgendliche Preisspitze.
Dieses Muster gilt nicht absolut für jede Region und jeden Tag, doch es ist in der Breite so stabil, dass es in Verbraucherhinweisen regelmäßig wiederkehrt. Gerade in Phasen hoher Preise kann die Differenz zwischen ungünstiger und günstiger Uhrzeit einen spürbaren Betrag ausmachen, insbesondere bei größeren Tankfüllungen oder bei Vielfahrern.
Preisdynamik an Tankstellen: Viele Änderungen, kurze Zeitfenster
Ein weiterer Faktor ist die hohe Dynamik der Preisänderungen. Tankstellen passen ihre Preise teils sehr häufig an, was das „Gefühl“ von Unberechenbarkeit verstärkt. Preisvergleichsdienste greifen in Deutschland auf Daten zurück, die über die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt bereitgestellt werden. Dadurch sind Preise grundsätzlich gut beobachtbar, gleichzeitig kann die Vielzahl der Änderungen dazu führen, dass günstige Preise nur kurz sichtbar sind. In aktuellen Debatten wird deshalb auch über regulatorische Ansätze gesprochen, die die Zahl der Preisänderungen pro Tag begrenzen könnten.
Für die Praxis bedeutet das: Selbst wenn das Abendfenster statistisch günstig ist, können einzelne Stationen kurzfristig ausscheren. Das erklärt, warum sich an manchen Tagen trotz „richtiger“ Uhrzeit nur geringe Einsparungen ergeben, während an anderen Tagen der Unterschied deutlich ausfällt.
Was kurzfristig zu erwarten ist
Die kurzfristige Entwicklung hängt stark davon ab, ob sich die geopolitische Lage beruhigt oder weiter eskaliert. Solange zentrale Transportrouten als gefährdet gelten, bleibt der Druck auf den Ölpreis hoch. Gleichzeitig können politische Reaktionen – von Beobachtungs-Taskforces bis zu Krisenstäben – die Lage zwar begleiten, aber den Rohstoffmarkt kurzfristig meist nur begrenzt beruhigen. Ökonomen weisen zudem darauf hin, dass Europa nicht nur direkt, sondern auch indirekt betroffen sein kann: Selbst wenn physische Liefermengen gesichert erscheinen, wirken höhere Weltmarktpreise und mögliche Lieferkettenstörungen über viele Kanäle auf Kosten und Inflation.
Damit bleibt das wahrscheinlichste Szenario für die nächsten Tage eine weiter erhöhte Volatilität: spürbare Schwankungen im Tagesverlauf, kombiniert mit einem grundsätzlich angespannten Niveau. In einem solchen Umfeld gewinnt die alltägliche Optimierung – Uhrzeit, Standort, Vergleich – an Bedeutung, auch wenn sie den Trend nicht umkehrt.
Fazit
Der aktuelle Anstieg der Spritpreise ist vor allem geopolitisch getrieben und zeigt sich besonders deutlich bei Diesel. Gleichzeitig bleibt das Preisbild an Tankstellen stark tageszeitabhängig. Der wiederholte ADAC-Hinweis, abends zwischen 19 und 22 Uhr zu tanken, zielt genau auf diesen Effekt: Die morgendlichen Preisspitzen lassen sich so häufig vermeiden. Solange die Lage im Nahen Osten angespannt bleibt, dürfte das Niveau hoch und die Schwankung groß bleiben – umso wichtiger wird es, günstige Zeitfenster konsequent zu nutzen und Preise vor dem Tanken zu prüfen.
Quellen
https://presse.adac.de/meldungen/adac-ev/verkehr/kraftstoffpreise-springen-stark-nach-oben.html
https://www.merkur.de/lokales/muenchen/iran-eskalation-adac-mit-tank-tipp-fuer-gewoehnlich-am-guenstigsten-94195473.html
https://www.upday.com/de/news/benzin-erreicht-zwei-euro-marke-diesel-erstmals-teurer-als-super/g20nsc2
https://www.ifo.de/pressemitteilung/2026-03-05/blockade-der-strasse-von-hormus-trifft-importe-in-die-eu-direkt-und-indirekt





